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Weiterführende Analysen

Da Informationen aus Web Analytics-Systemen die Verhaltensweisen aller Besucher aggregieren, kann das Verhalten einzelner Nutzer nicht verfolgt werden, so wie dies beim User Tracking der Fall ist. Der Vorteil von Web Analytics liegt dabei darin, dass die gewonnenen Erkenntnisse auf einer relativ großen Datensammlung basieren. Nachteilig ist, dass die Web Analytics-Systeme hauptsächlich zusammengefasste, quantitative Ergebnisse zur Verfügung stellen. Viele qualitative Informationen, wie etwa die Gründe für bestimmte Verhaltensweisen von Nutzern und ihre persönlichen Meinungen, fehlen. Hier müssen andere Methoden eingesetzt werden, neben User Tracking etwa Umfragen, Interviews oder auch Usability-Tests.

Im Folgenden werden zwei zusätzliche Analysemöglichkeiten aufgezeigt, die über die Möglichkeiten von Piwik hinausgehen, aber ebenfalls hilfreiche Informationen bieten können.

Interne Suchbegriffe

Viele Websites haben eine interne Suchfunktion (Site Search). Diese internen Suchbegriffe können vom Websitebetreiber ebenfalls für die Analyse gespeichert werden. Sie sind gut zur Analyse der Nutzerbedürfnisse geeignet, weil alle verwendeten Begriffe untersucht werden können und damit zusätzliche Bedürfnisse der Nutzer aufgezeigt werden. Bei der Auswertung der Suchbegriffe externer Suchmaschinen werden dagegen nur die Begriffe angezeigt, mit denen die Suchenden die Website gefunden haben.

Bei der internen Suchmaschine ist besonders darauf zu achten, ob die Besucher auf ihre Anfragen hin relevante Ergebnisse präsentiert bekommen (Effektivität) und ob diese Ergebnisse möglichst weit oben auf der Ergebnisliste positioniert sind (Effizienz). Die Ausstiegsrate von der Suchergebnisseite kann etwas über die Zufriedenheit der Besucher mit den gelisteten Suchresultaten aussagen.

Auch der Anteil der Nutzer der internen Suchmaschine gemessen an den Gesamtbesuchern kann aufschlussreich sein. So ist vorstellbar, dass ein Großteil der Besucher bei einem schlechten Navigationsmenü auf die Suchfunktion ausweicht, um an die gewünschten Informationen zu gelangen.

A/B- und Multivariate Tests

Bei A/B-Tests werden zwei unterschiedliche Versionen einer Webseite erstellt und vergleichend online getestet. Die Besuchern bekommen eine der beiden Versionen entweder zufällig präsentiert oder die beiden Seiten werden zeitlich nacheinander online geschaltet. Wurden die beiden Versionen oft genug benutzt, kann man das Verhalten der Nutzer miteinander vergleichen (z.B. welcher Button wurde häufiger geklickt?). Die Ergebnisse beziehen sich jeweils nur auf die Elemente, welche die beiden Versionen unterscheiden.

Multivariate Tests sind grundsätzlich ähnlich aufgebaut. Hier werden aber nicht zwei Versionen verglichen, sondern viele Kombinationen unterschiedlicher Elemente. Eine Webseite wird dafür in mehrere Bereiche unterteilt und für jeden Bereich werden unterschiedliche Versionen erstellt. Mit Hilfe geeigneter Software werden diese verschiedenen Bereiche dann so zusammengefügt, dass alle Kombinationsmöglichkeiten online getestet werden können. Danach kann man das Besucherverhalten ebenfalls analysieren und mit den besten Kombinationen weiterarbeiten.